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August 2007
Steinkohlenflugasche für Salzbeton
Höchste technische Anforderungen bei der Stilllegung des ERAM

Rund 300 bis 350 t Steinkohlenflugasche liefert die EKW-Tochter BauMineral täglich auf die Baustelle des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM). Insgesamt wird diese Menge im Jahr 2006 etwa drei Prozent des gesamten Flugascheabsatzes ausmachen.
1999 hatte die Bundesregierung, in deren Zuständigkeit das ERAM seit der Wiedervereinigung liegt, die Stilllegung des untertägigen Lagers beschlossen. Untersuchungen zur Standsicherheit des Grubengebäudes führten dann zu der Entscheidung, 20 ausgewählte Hohlräume des Salzstockes, etwa 630.000 von insgesamt 1,4 Mio. Kubikmetern, vorsorglich zu verfüllen, um die Standfestigkeit weiter abzusichern.
Dabei werden an den Beton höchste technische Anforderungen gestellt. Ein wesentliches Problem ist das Wasser, das das umgebende Salz lösen könnte. Deshalb verwendet man statt reinen Wassers eine mit den Salzen des umgebenden Raumes gesättigte Lösung. Der so genannte Salzbeton muss dann bis zu drei Kilometer durch Rohrleitungen gepumpt werden. Niedriger Wasserbedarf, gute Fließfähigkeit und verzögertes Erstarren sind deshalb wesentliche Kriterien für den Baustoff. Eigenschaften, die man durch den Einsatz von Steinkohlenflugasche positiv beeinflussen kann.
Seit 2001 haben die Ingenieure der BauMineral geeignete Rezepturen entwickelt und geprüft. Die erste Phase der Verfüllung soll Ende September 2006 abgeschlossen sein - über 100.000 Tonnen Steinkohlenflugasche wird BauMineral bis dahin geliefert haben. Gute Aussichten bestehen auch für die zweite Bauphase.
„Für ein so langfristiges Projekt, das uns natürlich die Möglichkeit bietet, Kraftwerksnebenprodukte dauerhaft zu verwerten, kommt es vor allem darauf an, immer die gleiche Flugaschequalität bereitstellen zu können“, erläutert Geschäftsführer Burkhard Jakobuss. „Wir beliefern Morsleben aus den Kraftwerken Mehrum und Heyden. Um den Kunden verlässlich bedienen zu können, wurde einerseits in Mehrum 2004 die Silokapazität von 15.000 auf 25.000 Tonnen erhöht. Andererseits müssen die Kraftwerke schon bei der Stromproduktion immer auch die Verwertung der Nebenprodukte im Blick behalten. Ein echtes Gemeinschaftsprojekt.“